Die Reparatur alter Fehler kostet oft mehr als die Anschaffung neuer. – Wieslaw Brudzinski
23 Logging und Monitoring
Nicht nur in der Informatik ist der rasante Wechsel der Technologien zu beobachten. Ein Beispiel ist das Automobil, das in den letzten 100 Jahren tiefgreifende Änderungen durchmachte. Von den vielen Schlagwörtern sind ESP und ABS nur zwei, die zudem eine Elektrifizierung bedeuten. Die Komponenten eines Autos sind vernetzt, und Signalgeber melden in Echtzeit Informationen an elektronische Steuereinheiten (Electronic Control Units, ECU). In modernen Kraftfahrzeugen werten fast 100 ECUs mehr als 1 GB an Daten pro Sekunde aus. Damit verschiebt sich auch eine Fehlerquelle: Während früher schon eine Sicherung durchbrennen musste bleibt heute ein Auto schon stehen, wenn der Bordcomputer einen Fehler meldet. Auch in der Entwicklung ist das teuer: BMW gibt an, dass 40 % der Herstellungskosten auf Elektronik und Software anfallen.
23.1 Die Logging-API 

Mit der Java-Logging-API lässt sich eine Softwaremeldung in eine XML- oder Textdatei schreiben, die sich dann zur Wartung oder zur Sicherheitskontrolle einsetzen lässt. Zum Schreiben der Informationen benötigen wir ein Logger-Objekt, das etwa eine log()-Methode anbietet. Diesem Objekt wird ein Handler zugewiesen, der für das Schreiben der Daten verantwortlich ist. Ein FileHandler etwa speichert in eine Datei, ein ConsoleHandler gibt die Daten auf System.err aus.
Wir wollen die API benutzen und eine Exception erzwingen, die dann im catch-Block in eine Log-Datei geschrieben wird.
Listing 23.1 com/javatutor/insel/logging/LogDemo.java
package com.javatutor.insel.logging; import java.io.IOException; import java.util.logging.*; public class LogDemo { private static final Logger logger = Logger.getLogger( "Logging" ); public static void main( String[] args ) throws IOException { FileHandler fh = new FileHandler( "log.xml.txt" ); logger.addHandler( fh ); // logger.setLevel( Level.ALL ); logger.fine( "Dann mal los." ); try { ((Object)null).toString(); } catch ( Exception e ) { logger.log( Level.WARNING, "oh oh", e ); } logger.fine( "Ging alles glatt." ); } }
Wenn wir die geschriebene Datei betrachten, finden wir sie in XML nach einer DTD formatiert:
<?xml version="1.0" encoding="windows-1252" standalone="no"?> <!DOCTYPE log SYSTEM "logger.dtd"> <log> <record> <date>2006-09-01T23:34:16</date> <millis>1157146456871</millis> <sequence>0</sequence> <logger>Logging</logger> <level>WARNING</level> <class>com.javatutor.insel.logging.LogDemo</class> <method>main</method> <thread>10</thread> <message>oh oh</message> <exception> <message>java.lang.NullPointerException</message> <frame> <class>com.javatutor.insel.logging.LogDemo</class> <method>main</method> <line>22</line> </frame> </exception> </record> </log>
Um das Datenvolumen zu kontrollieren und einzuschränken, lassen sich die Logger oder Handler mit einem Filter versehen, der nur Ausschnitte aus dem Datenstrom schreibt. Und das Datenformat selbst kann zusätzlich mit Format-Objekten angepasst und lokalisiert werden, bevor sie der Logger in den Datenstrom schreibt. Damit verschiedene Detailgrade unterstützt werden, lässt sich über einen Level der Grad der Detaillierung festlegen. Sie reicht von FINEST bis SEVERE. Zur direkten Unterstützung der Levels wurden spezielle Methoden eingeführt. Eine weitere Anpassung von Logging besteht darin, es von außen über Property-Dateien zu verfeinern. Die Dokumentation von Sun unter http://java-tutor.com/go/logging verrät mehr zu diesem Thema.




